Samstag, 13. Juli 2013

Film: Multinationale Konzerne kontrollieren Nahrungssystem

Food, Inc. - Was essen wir wirklich?
Donnerstag, den 11. Juli 2013, 23:25 - 00:53


"WDR Sommer Spezial - Ernährung als Business"
Dokumentarfilm von Robert Kenner

"
Die Lebensmittelindustrie in den USA möchte nicht, dass wir wissen, was wir essen. Denn wenn wir es wüssten, würden wir es vielleicht gar nicht essen wollen."
Zu dieser Einschätzung kommt Eric Schlosser, US-Journalist und Autor zu Beginn des Films "Food, Inc. - Was essen wir wirklich?"

Unsere heutige Industrienahrung hat mehr mit Fabriken und Managern mit Aktenköfferchen zu tun, als mit einem Feld voller wogender Ähren. Die heutigen Nahrungsmittel, so zeigt der Film, stammen mittlerweile weitestgehend aus der Fließbandproduktion. Arbeiter und Tiere werden missbraucht, die Nahrungsmittel immer ungesünder - und das wird dem Konsumenten mutwillig verheimlicht.

Wenige multinationale Konzerne bestimmen das Nahrungssystem. Sie kontrollieren es vom Saatgut bis zum Supermarkt. Es sind Monopolisten, die längst kein Fleisch mehr von glücklichen Kühen oder Hühnern verkaufen, obwohl ihre Werbung das immer noch suggeriert. Die Lebensmittelindustrie, so deckt der Film auf, setzt zur Mehrung des Profits längst auf hormonbehandeltes Mastvieh, genmanipuliertes Getreide und technologisch entwickelte Lebensmittel. Damit setzt sie die Lebensgrundlage zahlreicher Landwirte und die Gesundheit der Konsumenten aufs Spiel.

Die Liste der Skandale, die ans Tageslicht kommen, wird immer länger. Aber der Journalist Michael Pollan sieht darin auch Positives: "Mit jeder Enthüllung erfährt Amerika ein bisschen mehr über die Zubereitung des Essens. Und jedes Mal wendet man sich voller Abscheu ab und sucht nach Alternativen."

Und so fordert der Film den Zuschauer auf, Stellung zu beziehen, sich gegen die Bevormundung durch die Lebensmittelindustrie zu wehren und Verantwortung für die eigene Ernährung zu übernehmen. Er beleuchtet die Situation in den Vereinigten Staaten. Und diese sind uns Europäern wie so oft auch in der Industrialisierung und Technologisierung der Nahrung um einiges voraus. Bleibt aber die Frage, ob uns diese Zukunft, wie schon so oft, nicht auch bald einholt.

Kühe sind Grasfresser, aber wir bringen sie dazu, Mais zu fressen, denn der ist billiger.
Barbara Kowalcyk, Aktivistin für mehr Lebensmittelsicherheit. Ihr damals knapp dreijähriger Sohn starb an einer E.Coli Vergiftung, nachdem er einen verseuchten Hamburger gegessen hatte.


Eine Produktion von Magnolia Pictures, Participant Media und River Road Entertainment.

Festivalteilnahmen und Preise:
Academy Awards 2009, Documentary Feature Shortlist, USA 2009
Environmental Best Media Award, USA 2009
Southeastern Film Critics Association, Best Documentary, USA 2009
Washington Area Film Critics Association, Best Documentary, USA 2009
Gotham Awards, Best Documentary, USA 2009
Cineteca Bologna, Slow Food On Film, Golden Snail Best Documentary, Italien 2009

—-- auf iPhone erstellt c4harry

Samstag, 25. Mai 2013

Das Buch zum Bio-Garten

So werde ich Biogärtner. 12 Projekte für natürliches Gärtnern. Ulmer Verlag
Karl Ploberger. 2013.
159 S., 302 Farbfotos, 12 Zeichnungen, geb.
ISBN 978-3-8001-7677-9.
€ 19,90




—-- auf iPhone erstellt c4harry

Mittwoch, 22. Mai 2013

Megaställe stoppen - für bäuerliche Landwirtschaft

In den vergangenen drei Jahren wurden in Deutschland so viele Mega-Ställe beantragt oder gebaut wie nie zuvor – für 2,5 Millionen Schweine und fast 40 Millionen Hühner. Vor allem Investoren aus den Niederlanden industrialisieren unsere Landwirtschaft, denn bei ihnen zu Hause wurden Tier- und Umweltstandards verschärft. Bei uns hingegen dürfen Masttiere auf engstem Raum zusammengepfercht, mit Gen-Soja gefüttert und mit Antibiotika vollgestopft werden.

Jetzt bietet die Bundestagwahl die Chance, mit einer neuen Regierung eine Agrarwende einzuleiten: Wenn Mega-Ställe und Schlachthöfe nicht mehr mit Agrarsubventionen gefördert, wirkungsvolle Tierschutzbestimmungen erlassen und Tierhaltung an den Betrieb eigener Futterflächen gebunden werden, würden sich Tierfabriken kaum mehr rentieren. Und wenn wir Bürgerinnen und Bürger nun im Wahlkampf zeigen, dass diese Frage für uns entscheidend ist, müssen die Parteien reagieren.

Im Sommer tragen wir daher unseren Protest gegen Tierfabriken und für eine bäuerliche, ökologischere Landwirtschaft auf die Straße. Für den 13. Juli mobilisieren wir als Teil eines großen Bündnisses zu einer Demonstration in München unter dem Motto „Mir hams satt!“.

Am 31. August umzingeln wir dann mit vielen tausend Menschen einen Ort, der wie kein anderer für die Agrarindustrie steht: Europas größten Schlachthof im niedersächsischen Wietze nahe Celle. Angeführt wird unser Protest von einem fünf Meter hohen, beweglichen Huhn. Die Großpuppe wird der Demonstration pickend und scharrend am Schlachthofzaun vorangehen.

Noch haben wir die Aktionen nicht finanziert. Damit sich die Menschen nach München und Wietze aufmachen und für eine bäuerliche, ökologischere Landwirtschaft demonstrieren, müssen wir mindestens 15.000 Euro in die Hand nehmen. Das Riesenhuhn bauen zu lassen, kostet uns weitere 4.000 Euro. Bitte ermöglichen Sie die Großaktionen direkt vor der Bundestagswahl mit Ihrer Spende: Ob, 10, 20 oder 30 Euro, jeder Betrag hilft!

Spenden Sie für das Demo-Huhn!

Ob unsere Landwirtschaft weiter industrialisiert oder wieder bäuerlicher und ökologischer wird – diese Auseinandersetzung hat im Januar schon die Landtagswahl in Niedersachsen entschieden. Die neue Landesregierung erschwert seitdem mit Auflagen den Bau neuer Mega-Ställe. Jetzt wollen wir das Thema in den Wahlkampf tragen. Immerhin: Erstmals fordert auch die SPD in ihrem Wahlprogramm eine Agrarwende.

Mit „Wir haben es satt“ ist ein starkes Bündnis für eine neue Agrarpolitik entstanden. Mit zehntausenden Menschen demonstrierten wir in diesem Januar zum dritten Mal in Berlin und brachten Agrarministerin Ilse Aigner auf der „Grünen Woche“ ins Schwitzen. Seit Anfang des Jahres verhinderten Aktive des Netzwerks „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ 16 Tierfabriken. Unsere Bewegung ist stark, denn sie vereint Bäuerinnen und Bauern mit Verbraucher/innen, Tier- und Umweltschützer/innen, Imker/innen und Eine-Welt-Aktivist/innen.

Wenn wir vor der Wahl zeigen, wie viele Menschen inzwischen Bauernhöfe statt Agrarfabriken fordern, dann wird sich eine neue Regierung vor dem Protest der Bürger/innen nicht wegducken können. Demonstrieren Sie mit am 13. Juli in München – und unterstützen Sie die Großaktionen schon heute mit einer Spende.

Spenden Sie jetzt online!

Herzliche Grüße

Astrid Goltz und Christoph Bautz

PS. Sie können Ihre steuerlich abzugsfähige Spende auch direkt auf unser Kampagnenkonto überweisen:

Campact e.V.
Konto-Nr. 6980010631
Stichwort: Mir hams satt
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 25120510


—-- vom iPad / c4harry

Montag, 20. Mai 2013

Super-Unkraut verwüstet Gentechnik-Felder

Natur schlägt zurück: Monsanto-Gen-Felder von Superunkraut heimgesucht

"Pigweed", Schweineunkraut, wird mehr und mehr zum Problem für den Gen-Anbau in den Kernländern des Agrarmultis Monsanto, sind es doch gerade jene Flächen, die mit genetisch veränderten Getreide- Baumwoll- und Sojapflanzen in den südlichen US- Bundesstaaten, die trotz (oder gerade wegen ?) vermehrten Herbizideinsatz, von dem Superunkraut heimgesucht werden, gegen das kein Unkrautbekämpfungsmittel anzukommen scheint. Monsanto selbst hätte wohl ein perfekteres Unkraut schaffen können.

Der neue Schädling ist resistent, omnipotent, dürreresistent, kann bis zu 10.000 Samen produzieren und weist zudem eine komplexe Genetik auf. Mit seinem bis zu drei Meter hohen Wachstum erstickt es im nu alle anderen Pflanzen in seiner Umgebung und bedroht so die Landwirtschaft ganzer Landstriche von Georgia über South Carolina, North Carolina, Arkansas, Tennessee, Kentucky und Missouri, die zuvor auf die genetisch veränderten Monsanto-Saaten umgestiegen waren. Selbst die Monsanto-Herbizid-Ikone "Roundup", das laut Statistik von neun von zehn US-Soja-Farmern verwendet wird, ist machtlos.

Monsantos Roundup enthält den Wirkstoff Glyphosat. Doch genau gegen diesen Wirkstoff, gegen den eigentlich nur die Monsanto-eigenen Saaten resistent sein sollten, ist nun auch das Schweineunkraut immun.

Quelle: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/


—-- auf iPhone erstellt c4harry

Freitag, 3. Mai 2013

Verlust der Wiesen muss aufhören

Auf dem Grünlandgipfel appellierte der NABU an die Politik in Bund und Ländern, endlich gegen den fortschreitenden Grünlandumbruch vorzugehen und konkrete Schritte zu ergreifen. So müsste für artenreiche und feuchte Wiesen umgehend ein absolutes Umbruchverbot verordnet werden.

Für alle weiteren Flächen sollte eine allgemeine Genehmigungspflicht für den Grünlandumbruch erlassen werden. Zudem forderte der NABU gezieltere Förderprogramme wie Weideprämien, regionalisierte Agrarumweltmaßnahmen oder Initiativen zur Moorrenaturierung.

Auch der schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher betonte die Notwendigkeit eines besseren Grünlandschutzes. „Vielfältiges Grünland ist der sichtbare Ausdruck von Multifunktionalität im Sinne eines Miteinanders von Landwirtschaft, Naturschutz, Klima- und Wasserschutz. Daher setze ich mich dafür ein, dass der Verlust an Wiesen und Weiden eingedämmt wird und die naturverträgliche Bewirtschaftung von Grünland bessere Perspektiven erhält“, so von Boetticher auf dem NABU-Grünlandgipfel.